Vorbemerkt sei, dass sich die Initiative Ambach nicht grundsätzlich gegen ein Seniorenwohnheim in Ambach richtet.
Wir wollen den Prozess kritisch, aber konstruktiv aus Sicht der betroffenen Bevölkerung begleiten, um ein Ergebnis zu fördern, das nicht nur dem Investor, sondern auch dem Ort gerecht wird und seinen Charakter erhält.

Dieses Projekt wäre das weitaus grösste Bauvorhaben in der Geschichte der Gemeinde und hat aufgrund seiner Grösse und Art - eine Wohnanlage mit 80 Wohnungen - nicht nur für Ambach, sondern für die gesamte Gemeinde Auswirkungen.

Es wurde viel diskutiert - die Argumente waren vielfältig: von der Gewerbesteuerbefreiung der KWA bis zu einem Mehrwert für die gesamte Gemeinde, von Aufträgen für lokale Handwerker bis zur Problematik geeignete Mitarbeiter zu finden, von der Verkehrssituation in Bau und Betrieb bis zur Belebung des Ortes, von Friedhofsplätzen bis Babyschwimmen. Viele Fragen sind bis heute nicht abschliessend geklärt - in der Hauptsache aber wurde wenig diskutiert: 

- Was bedeutet die Forderung der KWA nach 80 Wohnungen?
- Wie gross würde ein solcher Gebäudekomplex werden?
Wie passt solches ein Bauwerk in einen kleinen Ort, wie Ambach?
- Wie sieht eine Wohnsituation für unsere Senioren idealerweise aus?
- Was ist der Bedarf in der Gemeinde selbst an Seniorenwohnungen ?
- Wer aus der Gemeinde kann sich diese Wohnungen auch leisten?
- Wie attraktiv ist ein Seniorenwohnheim in einem Ort ohne Infrastruktur und Anbindung?
- Was passiert, wenn diese grosse Anlage in spezieller Lage nicht ausgelastet ist?

Seit Mitte Februar 2017 liegt mit dem Gutachten vom Büro Goergens Miklautz eine Machbarkeitsstudie auf Basis der Forderungen des Investors KWA vor. Hierin wurde anhand eines "Testentwurfs" festgestellt, dass ein solches Projekt in Ambach "vertretbar" ist. Ein Wettbewerb sollte folgen. 

Auf Basis dieser Aussagen ist Anfang März vom Gemeinderat Münsing nicht nur der Bau eines Seniorenwohnheims in Ambach befürwortet worden - es wurden auch Daten zu Wohnungsanzahl und Wohnfläche übernommen. Ein Wettbewerb, der die Erarbeitung von Planungsgrundllagen und detaillierter Vorgaben ermöglicht hätte, wurde abgelehnt. Dagegen soll " der städtebauliche Entwurf Grundlage des vorhabenbezogenen Bebaungsplans werden". (Zitat aus der Beschlussvorlage).

Natürlich ist dieser Testentwurf kein fertiger Entwurf, aber mit diesen Unterlagen wurde die Bebaubarkeit des Geländes mit einem Seniorenwohnheim mit 80 Wohneinheiten begründet und er sollte Grundlage des Bebauungsplans werden!  Fraglich ist allerdings, ob dieses Gutachten geeignet ist, den Umfang dieses Projekts und die Auswirkungen auch richtig einschätzen zu können. Wesentliche Darstellungen, wie ein Lageplan im Kontext des Dorfs, Gesamtschnitte der Anlage mit Höhenentwicklung, Ansichten und Perspektiven vom Dorf aus fehlen. Darüber hinaus sind verschiedene Angaben irreführend oder nicht geeignet das Projekt angemessen zu beschreiben. Bei genauer Analyse dieser Testentwurfs und der gemachten Aussagen, sowie Visualisierungen, wie sich der Gebäudekomplex wirklich darstellen würde, kommt man zu dem Ergebnis, dass das Projekt in dieser Art und Grösse nicht in einer für den Ort verträglichen und angemessener Weise zu machen ist - siehe die "Analyse der Machbarkeitsstudie"

Letztlich ist es die Grössenordnung und Anzahl der Wohnungen, worauf die die allermeisten Probleme bezüglich der Einfügung und Risiken für den Betrieb zurückzuführen sind. Diese Schwierigkeiten könnten durch eine kleinere Lösung reduziert werden, ohne Einbussen bei den möglichen Vorteilen oder bei der Bedarfssicherung zu erleiden. Bei einer spürbaren Verkleinerung wären auch andere bauliche Konzepte denkbar, die den Bestand teilweise integrieren und die schonendste Lösung darstellen würden - siehe "Idee / konstruktiver Vorschlag". 

Ein Wettbewerb würde dazu das Potential für weitere qualitätvolle Lösungsvorschläge bieten - siehe "Vorteile Wettbewerb".

Es gibt im Landkreis und der Umgebung viele Beispiele, wo kleine Häuser kostendeckend betrieben werden können und dabei trotzdem den Bedarf decken und Mehrwerte für die Gemeinde schaffen. Welche Geschenke muss man einem Investor machen, der - weitgehend steuerbefreit - erheblichen Gewinn erwirtschaftet? Es besteht keinerlei Verpflichtung der Gemeinde den Forderungen der KWA nach einer bestimmten Grösse oder Wohnungsanzahl nachzukommen - bis heute steht aber diese Forderung nach 80 Wohnungen unverhandelt im Raum - begründet mit wirtschaftlichen Argumenten. Es sollten nicht nur wirtschaftliche Überlegungen eines Investors sein, die entscheiden, wie Ambach sich entwickeln wird!